„Die Geschichte, dass die Heide wegen Stickstoff zuwächst, stimmt nicht“

Landwirtschaftsbetrieb Hasman

400 Milchkühe

1 Entmistungsroboter Barn-E

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Der Landwirtschaftsbetrieb Hasman aus dem niederländischen Beuningen ist gut organisiert. Der Betrieb konzentriert sich auf Milchwirtschaft und Ackerbau, liefert Energie und hält die Natur instand. Damit liefert er ein perfektes Beispiel für die kreislauforientierte Landwirtschaft. Ein mehr als autarkes Unternehmen, mitten in einem Natura 2000-Gebiet. Wir haben uns mit Hans Roeleveld unterhalten. Er ist einer der Inhaber von Hasman und erzählt uns mehr zur Geschichte und der aktuellen Situation des Betriebs.

Zurück ins Mittelalter

Die Geschichte von Hasman reicht unglaublich weit zurück. Der Hof wurde im Mittelalter erstmals im Lehnregister des Grafen von Bentheim erwähnt. Der Opa von Hans war der erste aus der Familie Roeleveld, der den Hof in die Hände bekam. Sein Sohn übernahm den Betrieb und gab die Leitung schließlich an seine beiden Söhne Alfons und Hans weiter.

Auch die Kinder dieser beiden Brüder arbeiten momentan bei Hasman. „Ich fände es schön, wenn unsere Kinder den Betrieb fortführen könnten“, erklärt Hans. „Er hat eine so lange Geschichte und wir haben hier eine wunderschöne Natur. Es wäre wahnsinnig schade, wenn wir unsere Arbeit in der Zukunft nicht mehr machen könnten.“

Die Zukunft

Aber diese Zukunft ist momentan, genau wie für viele andere Milchviehbetriebe, unsicher. Hasman befindet sich mitten in einem Natura-2000-Gebiet. Deshalb wurde bereits im Jahr 2013 ein Verfahren eingeleitet, um der Landwirtschaft einen Großteil der Flächen zu entziehen und diese zu Naturgebieten zu machen. Dieses Verfahren läuft noch immer. Auch die neuesten Pläne der Regierung, Landwirten eine Abfindung zu zahlen, haben Hasman inzwischen erreicht.

„Vor kurzem wurde uns der erste Enteignungsplan vorgelegt“, berichtet Hans. „Die Pläne sahen vor, dass unser Betrieb zur Hälfte enteignet werden soll. Das würde uns handlungsunfähig machen. Zum Glück hat der Staatsrat diesen Plan für ungültig erklärt. Damit haben wir die erste Schlacht gewonnen.“

Naturmanagement und Heidelandschaft

Es ist unklar, wie es jetzt weitergeht. Hans glaubt zudem nicht wirklich an die Stickstoffdebatte. „Der Natur bei uns geht es hervorragend“, sagt er. „Die Geschichte, dass die Heide wegen Stickstoff zuwächst, stimmt nicht. Alles hängt mit dem Naturmanagement zusammen. Privatpersonen halten die Heideflächen im Allgemeinen gut instand. Von den Organisationen, die die Flächen verwalten, kann man das leider nicht behaupten.“

„Die Heide ist eigentlich keine Natur- sondern eine Kulturlandschaft“, erläutert Hans. „Man muss auf den Flächen regelmäßig Plaggen stechen. Früher wurden diese Plaggen für Tretmistställe verwendet, aber heute rentiert sich dieses Modell nicht mehr. Daher werden nur noch wenige Plaggen gestochen, und die Folge ist, dass die Landschaft zuwächst.“

Hans erklärt, dass die Bauern früher Tretmistställe für Schafe mit Plaggen ausgelegt haben, um diese mit Mineralien anzureichern. „Diese Plaggen wurden dann in die Region Twente gebracht, damit dort Getreide angebaut werden konnte. Dort gab es auch Feuchtwiesen, die nicht entwässert wurden. So entstand eine sehr spezielle Vegetation. Und genau durch diese Vielfalt ist es so besonders. Mit dem Aufkommen von Kunstdünger sind Plaggen und Tretmistställe überflüssig geworden. Dadurch hat sich die Landschaft verändert.“

Biogasanlage

Ein großer Teil dieser Biomasse gelangt schließlich über die Ställe in die Biogasanlage von Hasman. „Alle Gülle von unseren 400 Kühen, die wir im Stall auffangen, landet noch am selben Tag im Fermenter“, erklärt Hans. „Weil wir Gülle und Urin sehr schnell abführen und wir einen emissionsfreien Fußboden haben, werden während dieses Prozesses kaum Methan und Ammoniak freigesetzt. Das geschieht erst im Fermenter, der diese Stoffe in Biogas umwandelt.“

Hasman bewirtschaftet rund 40 Hektar Land, das aus Wald, Heide und botanischem Grasland besteht. „Dabei unterstützen wir die Biodiversität, indem wir beispielsweise kräuterreiche Ackerränder anlegen. Das sorgt nicht nur für ein attraktives Lebensumfeld, sondern zieht auch viele nützliche Insekten an. Die Biomasse aus diesen Feldrändern können wir nicht als Viehfutter verwenden, aber wir können einen Teil davon zur Produktion von Biogas in unserem Fermenter verwenden.“

Das vom Fermenter erzeugte Biogas wird mit dem Biogas aus den Anlagen 5 weiterer Milchviehbetriebe aus der Region zusammengeführt. Über eine eigens dafür gebaute Pipeline wird dieses Gas zu 2 lokalen Unternehmen geleitet. „Dadurch verwenden diese Unternehmen weniger Erdgas“, erklärt Hans. „Eine nachhaltige Lösung für die Energiewende.“

Entmistungsroboter Barn-E

Wie sorgt Hasman dafür, dass die Gülle so schnell wie möglich in den Fermenter gelangt? Denn jeden Tag und sogar jede Stunde, in der die Gülle offen lagert, geht Methan verloren. „Dazu setzen wir den Entmistungsroboter Barn-E von JOZ ein“, sagt Hans. „Wir wollen die Gülle an einen zentralen Ort bringen, und wenn wir mit dem Barn-E arbeiten, brauchen wir keine zusätzlichen Mistgänge und Pumpen anzulegen. Wenn man also mit so wenig Abwurfstellen wie möglich arbeiten möchte, ist dieser Entmistungsroboter eine gute Lösung.“

„Ein zusätzlicher Vorteil des Barn-E ist, dass er kein Wasser benötigt. Für den Fermenter ist Wasser nämlich nur eine Belastung. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Roboter auch für festere Substanzen wie zum Beispiel Pferdemist gut funktioniert. Der Entmistungsroboter saugt die Gülle nämlich nicht auf, sondern „löffelt“ sie quasi auf. Dadurch ist der Barn-E für mehrere Zwecke einsetzbar.“